28. Januar 2012 0

Multiplikation der Möglichkeiten

Es war immer dasselbe. Sobald die Anzahl der Möglichkeiten sich durch bestimmte Verläufe multipliziert hatte geriet er in diesen seltsamen Zustand der Starre. Natürlich konnte er Arme und Beine immer noch bewegen, aber seltsamer Weise fühlte es sich so an, als sei der Teil seines Innenlebens, der möglicherweise dafür verantwortlich war das zu beherbegen, was man wagte als Seele zu bezeichnen, zu Stein geworden. Es ließ sich noch nicht einmal auf einen bestimmten Punkt herunterbrechen, sondern es schien ihm als wäre es ein Gewicht, das, einem Geflecht aus feinsten Verbindungen gleich, in seine materielle Manifestation eingearbeitet war, um ihn in den Momenten, wo man eigentlich einen Gesamtzustand bräuchte, der genau das Gegenteil einer Starre darstellte, daran zu erinnern, welch seltsamen Effekt das Gewicht einer Möglichkeit auf ein einzelnes Individuum haben kann.

26. Januar 2012 0

Die Kapillaren einer Institution

Wie in der Nacht Lehrpersonal der Universität im Tanzsaal mit geschlossenen Augen den Körper im Takt zum FDP-Rap1 schwingt, um eine halbe Stunde später völlig betrunken im Raucheraum einzuschlafen und mit den Worten “Aufwachen! Nach Hause Gehen!” in die kalte Nacht hinaus geschickt zu werden.

Am nächsten Tag finden sich dann Teile eines anderen Lehrstuhles, ihrem Institut entsprechend, im Literatur-Cafe ein. Sitzplatzgerecht wird allerdings darauf geachtet, gemäß der Kampfstruktur, eine Ecke Platz zwischen den Fronten zu lassen, so dass man gar nicht erst in die Not gerät die Blicke kreuzen zu müssen.


26. Januar 2012 0

Syllogismus Cornutus

Und trotzdem gelingt es ihm nur ansatzweise das Zitat, das ihm seit fünf Minuten im Kopf herumschwirrt, zu verdrängen.

cause last night you weren’t making that much sense…1

Die Frage, der er Platz zu machen gedenkt, und die Entscheidung, die in ihrer Antwort verborgen liegt, kann und will er nicht provozieren. Dabei ist es das Einzige, was ihm dabei helfen würde dieses verdammte Liedzitat komplett loszuwerden.

Und jedes Mal, wenn er sich sekundenlang in ihrem Silberblick verliert, den sie seit einer halben Stunde und dem letzten Schnaps in ihrem verdammt hübschen Gesicht mit sich herumträgt, fühlt er sich erneut vor die Wahl gestellt.