Die Frage, was zum Problem werden könnte, in die Stille der Schlaflosigkeit geworfen um dort noch länger zu stehen. Ein massives Schwarz, welches den Raum füllt.
Elefantengröße.
Zeit könnte das Gewicht noch einmal multiplizieren, ist aber gleichzeitig die einzige Möglichkeit, die einem “Wir” bleibt. Sehen und Staunen, wie die Verhältnismäßigkeit der Größe im Fluss begriffen ist.
Komm, wir fangen beim Rüssel an und malen, bis das ganze Tier regenbogenfarben in der Frühlingssonne glitzert.
Nachdem Ich die Tür aufgeschlossen hatte, schlug mir aus der Wohnung der gewohnt intensive Grasgeruch entgegen. Amphetamolle saß auf dem Sofa, auf den Knien ein Keyboard. Mit einem Finger der linken Hand spielte er langsam aber stetig die Titelmelodie der drei Fragezeichen und das, wie er mir versicherte, seit einer halben Stunde. In der rechten hielt er einen langen Joint. Kurz nach vier. Wahrscheinlich war er gerade erst aufgestanden. Aus seiner Zimmertür präsentierte mir eine unbekannte Weiblichkeit in komatösem Zustand ihren String-Tanga. Wie lange es gestern Abend ging brauchte ich gar nicht fragen, weil es seit Tagen nach dem gleichen Schema ablief: Rein in den Club, raus mit Begleitung. Zuvor war man noch mit irgendeiner Bezugsgruppe stundenlang auf den Sofas versackt, weil niemand innerhalb des bestehenden Mikrokosmos die gute Musik gegen den kalten Schnee auf dem Nachhauseweg eintauschen wollte.
Apropos: Der diesjährige, von uns, der Gruppe Tocotronic, verliehene “Macht es nicht selbst-Award” geht naturgemäss an die tolle Helene Hegemann! Halt stand! Bald werden die ehrbaren Ehrlichkeitsspiesser endlich schweigen!
Wir verteilen uns über die Jahre. Jeder Zeitpunkt bekommt eine eigene Struktur und sie kaschiert unsere Makel, so dass es sich am Ende zu einer Oberfläche fügt, in der wir jeder Höhlung ihre eigene kleine Lebenslüge zuweisen können. Die Zeit, sie macht es für uns nicht besser, sondern nur erträglicher und wenn der bedeckte Raum mit jedem Moment größer wird, so ändert sich gleichzeitig das Verhältnis von Höhen und Tiefen. Die Spuren, die sich eingefressen haben tragen die Namen von Menschen, Plätzen und manchmal auch den einer einzelnen Träne, die man in den wirklich einsamen Momenten vergossen hat. Wir sind aus dem Stand heraus in der Lage Landkarten zu zeichnen, übersäht von Fussnoten, um uns in einem Raum zurechtzufinden, der die Vergangenheit zu jenem Teil der Wirklichkeit werden lässt, auf dem wir unsere Luftschlösser bauen. Sie gleichen Oasen in einer Wüste, in der man manchmal vergeblich versucht den harten Boden zu durchbrechen, um einen Schluck vom Nass des Vergangen zu schöpfen, bis man merkt, wie schal und abgestanden es nach der ganzen Zeit auf der eigenen Zunge liegt.
Veroeffentlicht am 20. Februar 2010 mit 3 Kommentaren
Jede tierische und menschliche Gesellschaft richtet ein hierarchisches Differenzierungssystem ein, das sich auf Körperkraft, Schönheit, Intelligenz oder Begabung gründen kann. Ich persönlich halte diese Kriterien übrigens für alle gleich beachtenswert. Und gegenwärtig bewegen wir uns in einem zweidimensionalem System, dem der erotischen Attraktivität und dem des Geldes und alles andere, das Glück und das Ünglück der Leute, leitet sich daraus ab.
Das ist keine Theorie. Wir leben tatsächlich in einer simplen Gesellschaft für deren komplette Beschreibung diese wenigen Sätze ausreichen.
Die Zeitschleife hatte ihn volle Pulle erwischt, obwohl er sich vorher darüber im Klaren war, dass es passieren würde. Was hatte er auch mit Slaughterhouse Five angefangen. Die Aufzeichnungen, die ihm der Doktor hinterlassen hatte, waren in ihren Anweisungen sehr klar und ließen keinen Zweifel an den möglichen Gefahren.. Da der Fokus des Prozesses durch Analogien und Identifikation bestimmt wurde, hing die Art der der Verschmelzung in großem Maße mit dem Bezug zusammen, den man als Leser zwischen sich und der Hauptperson des Buches herstellen kann. In den frühen Testläufen traten sogar noch Mutationen auf, so dass einem der Laborassistenten Brüste wuchsen. Ob das nun grundsätzlich an seiner geschlechtlichen Ausrichtung lag, war in dem Falle nicht ganz so klar.
“Na hoffentlich verpeilt die Mama das nicht wieder.”
Ich dachte ich höre nicht richtig. Grund genug um eine Sitzposition auf dem Teppich einzunehmen, damit man mit seiner Gesprächspartnerin in die Augen schauen kann. Ich sagte: “Die Mama verpeilts bestimmt wieder so lange, bis ich dir die Geschichte von den blauen Elefanten erzählt habe.” Ihre Augen begannen zu leuchten. Die Stunden mit ihr waren schon lange ein fester Fixpunkt in meinem wöchentlichen Stundenplan, auf den ich mich eigentlich immer freute. Ihre Gesellschaft war mir ein Genuß.