Schnaps & Glitzer

Februar 28th, 2010 § 1

Nachdem Ich die Tür aufgeschlossen hatte, schlug mir aus der Wohnung der gewohnt intensive Grasgeruch entgegen. Amphetamolle saß auf dem Sofa, auf den Knien ein Keyboard. Mit einem Finger der linken Hand spielte er langsam aber stetig die Titelmelodie der drei Fragezeichen und das, wie er mir versicherte, seit einer halben Stunde. In der rechten hielt er einen langen Joint. Kurz nach vier. Wahrscheinlich war er gerade erst aufgestanden. Aus seiner Zimmertür präsentierte mir eine unbekannte Weiblichkeit in komatösem Zustand ihren String-Tanga. Wie lange es gestern Abend ging brauchte ich gar nicht fragen, weil es seit Tagen nach dem gleichen Schema ablief: Rein in den Club, raus mit Begleitung. Zuvor war man noch mit irgendeiner Bezugsgruppe stundenlang auf den Sofas versackt, weil niemand innerhalb des bestehenden Mikrokosmos die gute Musik gegen den kalten Schnee auf dem Nachhauseweg eintauschen wollte.

What do you do if you like someone?

Februar 24th, 2010 § 2

via fuckyeasubtitles

Das find ich sehr gut…

Februar 23rd, 2010 § 0

…wollte ich noch anfügen.
In Bezug auf das ganze Hipster-Titten-AA-Geblogge.
Danke fürs Erinnern, Mister Sickster.

Aus dem Tocotronic-Newsletter

Februar 23rd, 2010 § 1

Apropos: Der diesjährige, von uns, der Gruppe Tocotronic, verliehene “Macht es nicht selbst-Award” geht naturgemäss an die tolle Helene Hegemann! Halt stand! Bald werden die ehrbaren Ehrlichkeitsspiesser endlich schweigen!

This is a wasteland now…

Februar 22nd, 2010 § 0

Wir verteilen uns über die Jahre. Jeder Zeitpunkt bekommt eine eigene Struktur und sie kaschiert unsere Makel, so dass es sich am Ende zu einer Oberfläche fügt, in der wir jeder Höhlung ihre eigene kleine Lebenslüge zuweisen können. Die Zeit, sie macht es für uns nicht besser, sondern nur erträglicher und wenn der bedeckte Raum mit jedem Moment größer wird, so ändert sich gleichzeitig das Verhältnis von Höhen und Tiefen. Die Spuren, die sich eingefressen haben tragen die Namen von Menschen, Plätzen und manchmal auch den einer einzelnen Träne, die man in den wirklich einsamen Momenten vergossen hat. Wir sind aus dem Stand heraus in der Lage Landkarten zu zeichnen, übersäht von Fussnoten, um uns in einem Raum zurechtzufinden, der die Vergangenheit zu jenem Teil der Wirklichkeit werden lässt, auf dem wir unsere Luftschlösser bauen. Sie gleichen Oasen in einer Wüste, in der man manchmal vergeblich versucht den harten Boden zu durchbrechen, um einen Schluck vom Nass des Vergangen zu schöpfen, bis man merkt, wie schal und abgestanden es nach der ganzen Zeit auf der eigenen Zunge liegt.

Traumnovelle

Februar 20th, 2010 § 3

Jede tierische und menschliche Gesellschaft richtet ein hierarchisches Differenzierungssystem ein, das sich auf Körperkraft, Schönheit, Intelligenz oder Begabung gründen kann. Ich persönlich halte diese Kriterien übrigens für alle gleich beachtenswert. Und gegenwärtig bewegen wir uns in einem zweidimensionalem System, dem der erotischen Attraktivität und dem des Geldes und alles andere, das Glück und das Ünglück der Leute, leitet sich daraus ab.

Das ist keine Theorie. Wir leben tatsächlich in einer simplen Gesellschaft für deren komplette Beschreibung diese wenigen Sätze ausreichen.

Robosonic – Traumnovelle

Zeitschleife

Februar 20th, 2010 § 1

Die Zeitschleife hatte ihn volle Pulle erwischt, obwohl er sich vorher darüber im Klaren war, dass es passieren würde. Was hatte er auch mit Slaughterhouse Five angefangen. Die Aufzeichnungen, die ihm der Doktor hinterlassen hatte, waren in ihren Anweisungen sehr klar und ließen keinen Zweifel an den möglichen Gefahren.. Da der Fokus des Prozesses durch Analogien und Identifikation bestimmt wurde, hing die Art der der Verschmelzung in großem Maße mit dem Bezug zusammen, den man als Leser zwischen sich und der Hauptperson des Buches herstellen kann. In den frühen Testläufen traten sogar noch Mutationen auf, so dass einem der Laborassistenten Brüste wuchsen. Ob das nun grundsätzlich an seiner geschlechtlichen Ausrichtung lag, war in dem Falle nicht ganz so klar.

Mädchen (5 Jahre)

Februar 19th, 2010 § 0

“Na hoffentlich verpeilt die Mama das nicht wieder.”

Ich dachte ich höre nicht richtig. Grund genug um eine Sitzposition auf dem Teppich einzunehmen, damit man mit seiner Gesprächspartnerin in die Augen schauen kann. Ich sagte: “Die Mama verpeilts bestimmt wieder so lange, bis ich dir die Geschichte von den blauen Elefanten erzählt habe.” Ihre Augen begannen zu leuchten. Die Stunden mit ihr waren schon lange ein fester Fixpunkt in meinem wöchentlichen Stundenplan, auf den ich mich eigentlich immer freute. Ihre Gesellschaft war mir ein Genuß.

Du bist mir nicht mehr Du

Februar 18th, 2010 § 0

Du bist mir seltsam fremd geworden, fremder noch, als du mir am Anfang erschienst und ich kann nicht einmal sagen warum.

Dein Leib, meine Liebe, ist mir nicht mehr Begierde, sondern vielmehr Abscheu. Dort wo meine Finger noch vor Tagen Hoffnungen einer andauernden Zweisamkeit in die Epidermis gruben, eröffnen sich mir Unreinheiten. Erdbeben, die ich damals, beim langsamen Erkunden deiner Körperlichkeit, gottgleich bei dir zu erzeugen wusste, erschüttern nun ekelbedingt mein Inneres, wenn ich nur an eine einfache Berührung denke.

Ich werde jetzt gehen, denn wir beide wissen:
Neben Fremden fällt das Schlafen schwer.

Revolte!

Februar 18th, 2010 § 1

Man hat mir schon öfters vorgeworfen, dass meine Handlungen, bedingt durch meine exzentrischen Gefühlshaltung, zu radikal wären und wie immer konnte ich nur antworten: Es erfordert eine Radikalität, wenn man in der Lage sein will, sich mit den Umständen auseinanderzusetzen und gegebenenfalls etwas daran zu ändern.

Die Ruhe, die in seinem Blick lag, schlug sich in seinen Worten nieder.
“Weißt du, es sind die stillen Momente, die, in denen du dein eigenes Herz schlagen hören kannst, in denen es passiert, dass man sich zwischen zwei Herzschlägen darüber bewusst wird, dass sich etwas verändert hat und man nicht mehr derselbe ist, wie vor ein paar Sekunden. Und gleichzeitig spürt man tief in sich den starken Drang, die Ordnung der Dinge über den Haufen zu werfen und neu strukturieren zu wollen, weil auch die eigene Sicht auf die Welt sich ein Stück weit verschoben hat. Man verlangt nach einer Anpassung, um den Blick mit dem Bild, das sich bietet, vereinbaren zu können.”

Und genau deswegen muss der Rest weichen.
Goodbye Blogroll.
Herzlich Wilkommen Revolte!

Begreifst du die Chance,
als dass sie vergeht?
und schreist du Revanche,
oder dass dir was fehlt?

Und streichst du Pardon jetzt aus deinem Herzen?

Where am I?

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