Es schneit

Januar 19th, 2010 § 0

Die Waschmaschine auf “Schleudern” stellen.
Die leise Ahnung von Fieldrecordings aus der Schweiz füllt den Raum und meine Gedanken sind erfüllt von Quecksilberaugen. Die Vergangenheit verstreut sich auf drei Wände und gibt ihre Namen preis. Die Erinnerung schweift zu den prägenden Momenten.

Sätze wie “Was soll ich denn mit der ganzen Musik machen?” und Momente in denen der Drang zu Affekthandlungen so riesig ist, dass man ihm nicht mehr wiederstehen kann, denn genau die sind es meist, die alles umwerfen. Ist ja auch gar kein Wunder, denn wichtig ist nur noch die eigene subjektive Emotion, die sich dann aber auch auf so extreme Weise äußert, dass alles andere schön zurückstehen kann. Konsequenzen sind vergessen, weil man sich genau darüber bewusst ist, dass das jetzt einfach raus muss. Da spielt auch der Kontext keine Rolle mehr. Den spürt man erst dann wieder, wenn einem die Konsequenzen des Handels ganze zwei Minuten später volle Kanne in die Fresse geschlagen werden. Interessant ist meistens, dass in solchen Momenten, vorrausgesetzt man muss das jetzt erstmal kompensieren (und das muss man meistens), entweder die Übersprungshandlung oder der unstillbare Drang nach Betäubung einsetzt. Aber meist passiert ja eh immer alles auf einmal, wenn es so doll ist, dass man schon zu Affekthandlungen neigt.

Im Hintergrund schleudert die Waschmaschine.

Auf dem Schreibtisch liegt eine Seite aus der Liebling. Darauf in schwarzem Rahmen: Die Illustration einer Socke deren Strickmuster in der Mitte ein Loch enthält. Noch nicht fertig, denn man sieht wie die Nadel den Faden weiter durch die Socke führt. Darunter waagerecht zu lesen: ZUKUNFT. Das erste U dieses Wortes ist gleichzeitig auch das U des Wortes AUA, welches senkrecht den Weg kreuzt. AUA, ZUKUNFT.

Aus den Boxen tönt: Es schneit
2 Minuten. Der Bass setzt ein..
Denn: So ist das immer.

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