Kopfkino

Januar 30th, 2010 § 0

Manchmal wünschte ich mir wirklich, das, was um mich herum passiert, auf Film bannen zu können. Regiemäßig im eigenen Kopfkino wirksam sein, mit allem was dazu gehört. Man könnte das zwar auch aufschreiben, aber es würde die visuelle Ebene fehlen. Einen guten Ansatz bietet da “The Rules of Attraction” mit den drei Personen-Fragmenten, die ein Ganzes ergeben. Momentaufnahme an Momenaufnahme und genau wissen, wie man den Fokus setzen müsste. Das Ganze würde sich selbst zwar nie aus der Befindlichkeitsfixierung befreien können, aber solange diese sich im Kontext als selbsterklärend erweist, wäre das eins der kleinsten Probleme.

Amerikanischer Neo-Hippie-Eskapismus…

Januar 29th, 2010 § 0

…der feinsten Sorte!

parentheticalgirls

Parenthetical Girls – Evelyn McHale

Broken Bells – The High Road

Januar 28th, 2010 § 1

brokenbells

Dass diese Mischung prima funktioniert, also James Mercer (The Shins) und Danger Mouse (Gnarls Barkley), zeigte sich schon auf dem Album von Danger Mouse & Sparklehorse: Zusammen nennen sich die beiden Broken Bells und lass in meinem Kopf dunkle Kinderspielzeug-Roadtrip-Traumwelten entstehen.

Broken Bells – The High Road

I don’t even care anymore

Januar 28th, 2010 § 0

Die Knie angezogen sitzt du im Fenster und rauchst. Ich komme zu dir, lege meinen Arm um deine schwarzbestrumpften Beine und du schaust mich an und sagst:

“Weißt du, das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen: Hier zu sitzen und den Menschen zuschauen, wie sie unten vorbeigehen. Manchmal drehen sich auch welche um, als hätten sie gemerkt, dass da jemand ist, der sie beobachtet. Ich könnte das den ganzen Tag machen, denn letztendlich ist das alles egal. Es ist mir sogar so egal, dass ich lachen möchte, obwohl doch Losheulen im Prinzip viel angemessener wäre, so egal ist es mir.”

Danke

Januar 23rd, 2010 § 0

für das Leuchten in deinen Augen und die Umarmung, den Sommersamstag am See, die Entrücktheit einer Vollmondnacht und das Innehalten im Regen.

Wann gehen wir schaukeln?

Ein Eindruck: Tocotronic – Schall und Wahn

Januar 22nd, 2010 § 0

teaser-schall-und-wahn-cover

Die Berlin-Triologie hatte im Gegensatz des Frühwerkes weniger Einfluss auf mein Bild von Tocotronic, das vorweg.

Man kommt zu einem Abschluss. Man bedient sich für den Titel bei William Faulkner, dessen Roman The Sound And The Fury in seiner Vierteilung im Grunde genommen eine elementare Dreiteilung beinhaltet, da der vierte Teil als Gegensatz der vorangegangenen Teile, welche jeweils Egoperspektiven drei verschiedener Personen sind, aus der Perspektive eines anonymen Erzählers geschildert wird. Man kann das Zitat noch weiter zurückverfolgen, ist es im Original doch bei Shakespeares Macbeth zu finden

“Leben … ist nichts mehr als eine Fabel, erzählt von einem Idioten, voll mit Schall und Wahn, die nichts bedeutet.”

und fügt sich damit nahtlos in das Gesamtkonzept ein, welches die Band im Laufe der letzten drei Alben zur Vollendung gebracht hat: Die Triologie eines Niederganges, der, von eigener Hand vorbereitet, durchgeführt und zum Ende geführt wird.

Wie es sich für ein solches gehört, mischt sich der über Jahre etablierte und ausgebaute Sound mit Streichern und Bläsern, um den eigenen Pathos, der Zielgeraden entsprechend, auf den Höhepunkt zu treiben, denn schließlich muss man sich der eigenen Existenz entledigen.

Dass Dirk von Lowztow in der Zwischenzeit auf Solopfaden auch nicht untätig war, merkt man Schall und Wahn an. So gliedern sich ungewohnte Elemente in die bandeigene Ästhetik, zum beispiel übersteigerter künstlicher Gesang im Refrain von Keine Meisterwerke Mehr oder das Stück Bitte Oszillieren sie, welches mit Piano-Begleitung und englischem Text perfekt in das letzte Phantom/Ghost Album gepasst hätte. Selbst die Gitarre kann sich nicht entziehen und Rick Mcphail gibt sich in mehreren Solos einer ausschweifenden Dramatik hin. Man zelebriert den eigenen Kunstanspruch in imposant angelegten Gesten sehr gekonnt und wahrscheinlich sind die Zeiten gekommen, in denen auch bei Tocotronic auf der Bühne Sekt getrunken werden darf.

Coverlove: Pantha Du Prince – Black Noise

Januar 22nd, 2010 § 0

blacknoise

Die Fee

Januar 21st, 2010 § 1

Letzte Nacht
erschien im Traum
mir eine Fee
die sprach:
“Du Moritz,
Ich hab sie für dich.
Die Traumfrau in Spe.”
Und dann ist sie ganz schnell lachend abgehaun.
Scheisse.
War halt doch nur nen Traum.

Die Vögel

Januar 21st, 2010 § 1

Die Vögel, sie sitzen und schauen. Sitzen auf den weißen Birken und schauen. Sie schauen dem Schnee zu, beim Abtauen. Und da das nun einmal ein Prozess ist, der längere Zeit in Anspruch nimmt, sitzen sie da und schauen.

Semipermeable Membran

Januar 20th, 2010 § 0

Und die Frage, in wie weit sich der Textfluss aufspalten sollte.

Im letzten Jahr floss hier sehr viel Fragmentarisches hinein, am Anfang bedingt durch einen Drang nach Inhalt, später dann der Formfindung wegen und in großen Teilen auch, weil es mir in meiner eigenen Betrachtungsweise der Dinge, die um mich herum passieren, wertvoll genug erschien es in eine Teilfiktionalität zu stellen, in der es zwischen Egowichse und Wahn irgendwo seinen angestammten Platz finden sollte, ohne dass dabei eine offensichtliche Kennzeichnung damit einhergeht.

Nimmt man da jetzt eine Zäsur vor und sagt ganz offen: Ja, das gehört so. Und nicht, dass du auf den Gedanken kommst, das wäre Ich, denn das bin nicht Ich. Das da drüben bin Ich, denn da steht ganz dick Ich drunter.

Obwohl das dann ja auch nur ein Teil der Wahrheit ist. Man kann sich vom eigenen Kopf ja nicht lossagen. Man kann nur von sich wegweisen. Im besten Falle tut man das nach außen hin auch meistens, wenn Leute sich über Phrasendrescherei oder ähnliches echauffieren, denn jemandem den Faden zu erklären, an welchem sich ein Stück Text, meist sogar auf einer im Text nicht einmal existenten Ebene, aufhängt, wäre bezüglich der Querverbindungen und Bewältigungsmomente, die natürlich trotz aller Fiktionalität in so etwas stecken, viel zu viel verlangt. Es hieße das eigene Leben zu erklären und sich für jenes und gleichzeitig auch für den Text zu rechtfertige. als wenn ein Text es nötig hätte sich erst seine Existenzberechtigung zu erkämpfen.

Sie sehen: Es Verarbeitungs- und Reflexionswochen im Hause meierrr.

Und Ja, Panik treibt mich… whatever gets you through the night: It’s allright.

Where am I?

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