Von der Unmöglichkeit “Nein” zu sagen, ohne sich umzubringen

Dezember 7th, 2009 § 33

Der Name, den diese Frau trägt, ist leider ein Allerweltsname. Nach der Eingabe des von ihr genannten Namens zeigt mir der Browser ca 250 Ergebnissse an. natürlich kann es auch sein, dass ich mich in meinem Zustand bei einem Buchstaben verhört habe.

Ich habe genau eine Nachricht geschrieben und keine Antwort bekommen.

Denn: so ist das immer.

Die Sache mit den Chancen und dem einen Bier, was man vielleicht nicht mehr hätte trinken sollen und vor allem die Sache mit der Schuld. Und wie man am liebsten stundenlang den Kopf gegen die Wand schlagen möchte, weil das eigene Fehlverhalten einen nicht nur ärgert, sondern entsprechend der emotionalen Tiefe der verschenkten Chance schon richtig weh tut. Das muss irgend so ein verkapptes Egoding gewesen sein, welches aus der Tiefe meines kleinen Neurosengartens gezielt irgendwelche Chemikalien in meinen Synapsenkreislauf gepumpt hat und in Verknüpfung mit meiner vernerdeten Internetaffinität dazu geführt hat, dass ich wirklich irgendwelche Studivz-Namen austauschen will, ohne noch ein zweites Mal zu kontrollieren, ob das mit dem Handy nicht doch funktioniert.

Ich habe einfach keine Lust mehr, Menschen, die stundenweise in meinem Leben auftauchen und die mir ungemein symphatisch sind, so mir nichts dir nichts, einfach wieder verschwinden zu lassen.

Don’t let people happen to you

Ja genau. Don’t let them happen to you… instead: Happen to them.

Wer weiß denn, ob ich genau die richtige Person erwischt habe mit der Nachricht und falls das doch alles gestimmt hat mit dem Namen und dem Buchstaben und sie es wirklich war, warum hat sie mir dann nicht zurückgeschrieben?

Das kann man ja auch überhaupt nicht beurteilen.

Ich will mich nicht falsch verstanden wissen. Diese Frau hat einen Freund. Dieses Ding hier hat auch nichts mit “sich in jemanden verknallen” oder sonstigen romantisierten Vorstellungen einer Partybekanntschaft zu tun, sondern ist einfach bedingt durch den Umgang, der in den wenigen Stunden mit der Dame geherrscht hat denn der ging für mich einfach über einen Punkt hinaus, an dem es eine Rolle spielt, ob jemand in einer Beziehung steckt oder nicht, weil die Interesse an dem Menschen an sich vorrangig ist.

Es gibt Momente, in denen ist mir persönlich einfach sehr schnell klar, dass ich eine gemeinsame Ebene mit einer solche Person habe, die über das normale Maß hinaus geht, welches man sonst bei Partybekanntschaften erfährt und gerade weil diese Momente so selten sind, habe ich mir in den Kopf gesetzt, diese Frau zu finden.

Sie hat mir auf der Party ein Kompliment gemacht, welches immer noch nachhallt, nämlich, dass ich einer der wenigen authentischen Menschen auf dieser Party wäre. Ich glaube, sie war sich bewusst, welche Tragweite ihre Worte hatten, denn mir blieb die Spucke weg und ich errötete, was nicht oft passiert.

Ich stelle auch gar keine Erwartungshaltungen an das, was passieren wird, wenn ich diesen Beitrage letztendlich veröffentliche. Der Punkt ist, es getan zu haben. Jede Möglichkeit genutzt zu haben, die mir in dem Falle bleibt.

Die Fakten sind schnell zusammengetragen. Sie heißt Steffi, kommt aus Berlin, hat dunkelblond bis braun gelockte Haare, einen Ring in der Mitte ihrer Unterlippe und hat bei einer Freudin in Greifswald übernachtet, die Diane oder Diana heißt und wahrscheinlich Richtung Fleischervorstadt wohnt, da wir uns am Markt getrennt haben und in entgegengesetzte Richtungen gegangen sind. Die Party fand am 7.11. in der Fischstraße statt. Ich trug Feenflügel und ein strassbesetztes Glitzer-Tweety-Shirt.

Kommen wir jetzt zu dem Grund, warum ich diesen Beitrag hier in diesem Blog überhaupt schreibe, und ihn aus der Anzahl der zahlreichen anderen Beiträge heraushebe, bei denen nicht klar ist, ob sie fiktiv oder real oder irgendwo dazwischen gelagert sind (also mal abgesehen davon, dass ich mich unendlich über mich selbst ärgere).

Greifswald ist eine Stadt, die unter einer Käseglocke liegt. Die sozialen Netze sind hier zudem so eng gestrickt, dass es mitunter schwer wird, sich aus dem Weg zu gehen. Man wird halt regelmäßig mit den Menschen um sich herum konfrontiert und jeder kennt jeden. Man teilt die gleichen Tageszeiten, die gleichen Wege, die gleichen Geschlechtspartner und die letzten Zigaretten bei Sonnenaufgang. Da gerade den letzten Zigaretten auch unweigerlich die Gespräche über den emotionalen Exzesswert der letzten Nacht folgen, nimmt man in dieser Stadt Parties ganz anders war.

Dort passieren nämlich zwangsläufig Dinge zwischen Menschen, die einen verdammt großen Einfluss auf das alltägliche Leben haben können und mit denen man sich dann auch noch weiterhin auseinandersetzen muss. Ich kann das auch gar nicht bewerten, denn egal ob positiv oder negativ, haben solche Einflüße immer den Hang zu eskalieren.

Und eben weil Parties in dieser Stadt diesen Status haben, dass sie regelmäßig Lebenläufe verändern, bin ich mir sicher, dass die Leute, die auf der Party in der Fischstraße waren sich an den Abend auch noch mehr oder weniger gut erinnern werden.

Meine Bitte geht nun an diejenigen, die das lesen. Helft mir zu diese Frau zu finden und verteilt den Link zu diesem Artikel an Leute die in Greifswald wohnen, im speziellen, wenn bekannt ist, dass diese Personen eben auch auf jener Party waren, in der Hoffnung die Story kommt irgendwann einmal bei der Freundin, bei der sie zu dem Zeitpunkt übernachtet hat, oder gleich bei ihr an.

PS:
“Moritz, wenn sie das liest und sich nicht meldet, dann ist es egal, denn das in dem Text bist einfach mal du.”

Nachtrag:
Habe eine kurze Passage des Textes gestrichen, die zu Recht in den Kommentaren kritisiert wurde.

§ 33 Responses to “Von der Unmöglichkeit “Nein” zu sagen, ohne sich umzubringen”

  • [...] seconds ago | Draufhauen meierrr braucht eure Hilfe. Lest das hier (bitte unbedingt ganz) und ihr werdet [...]

  • [...] so, mit dem Wissen, dass hier einige Berliner mitlesen, möchte ich euch darauf hinweisen, dass meierrr sucht. Und ich hoffe, dass er findet. Und ich hoffe, dass jemand helfen [...]

  • mia sagt:

    jetzt möchte ich dich drücken und knutschen!!!!

  • Thorsten sagt:

    Ich kann zwar leider nicht helfen, möchte aber trotzdem etwas loswerden: Kompliment! Ich erlebe es selten – viel zu selten -, dass Menschen sich so reinhängen in so eine Sache. Und “authentisch zu sein” ist in der Tat ein tolles Kompliment. Ich hab sowas bisher immer als Beleidigung hören dürfen, so nach dem Motto “Du bist zwar authentisch, aber die anderen machen viel mehr her”.
    Viel Glück bei der Suche!

  • Claudia sagt:

    Wenn das Leben in Kleinstädten so dermaßen spannend ist, dass die Einwohner dauernd “von einer emotionalen Extremsituation in die Nächste” driften, dann frag ich mich echt, warum so viele in die GROSSEN Städte ziehen: nach Berlin zum Beispiel.
    Hast du sie gefragt, WO sie in Berlin lebt? Evtl. findet man sie über Berlin-Blogs…
    viel Glück jedenfalls!

  • meierrr sagt:

    Liebe Claudia,

    Nein, ich weiß nicht, wo sie in Berlin lebt, ansonsten hätte ich das sicher in den Artikel mitreingeschrieben.

    Und ganz ehrlich, die Greifswald-Berlin-Diskussion WILLST du mit mir ganz sicher nicht führen. (wenn wir schon bei Caps-Lock-Einsatz sind).

    Danke für den Glückwunsch.

  • Julian sagt:

    Hmm … das natürlich ärgerlich :)

    viel Glück bei der Suche ;)

    mfg
    Julian

  • reen sagt:

    …niedlich!!!

  • meierrr sagt:

    also echt. von dir hätte ich alles erwartet, nur kein “niedlich”.

  • andré sagt:

    ich hätte zumindest eine idee, wie man diese “diana” finden könnte. jeder student ist doch bei stud.ip eingetragen (oder?). an der uni gibt es so um die 20 “dianas”.

    wäre vielleicht ne idee, eine rundmail an alle diese zu schicken. problematisch ist dabei allerdings, dass vermutlich nicht alle die emails ihres uni-accounts checken (mach ich selbst nur alle paar monate mal) und die wenigsten verwenden eine mail-weiterleitung.

    “diane” gibt es da im übrigen nicht

  • Tim sagt:

    “kommt aus Berlin” – “Greifswald ist eine Stadt, die unter einer Käseglocke liegt.”

    Damit sind alle Gründe genannt, warum dieses Blogposting zu keinem Erfolg führt. Kleinstadt-Neurosen treffen Metropolen-Neurosen. Das gibt nichts.

  • meierrr sagt:

    Ich finde diese Kleinstadt-Großstadt-Debatte, die anscheinend für einige eine Rolle spielt, sehr interessant. Vielleicht setze ich mich damit später nochmal in Ruhe auseinander.

    Und das mit der Neurose möchte ich in dem Falle doch gerne näher erläutert haben, liebster Tim.

  • lizz sagt:

    nur die liebe zählt. pflaume’s callin. trotzdem nett.

  • meierrr sagt:

    nett ist die bundesgartenschau, liebste lizz.

  • drikkes sagt:

    Hat sich schon einer der “vielen unauthentischen Menschen von dieser Party” bei Dir für diese charmante Beschreibung bedankt?

  • Christina sagt:

    So viel wahrheit!!! Ich hoffe sie meldet sich :)

  • meierrr sagt:

    lieber drikkes,

    hat sich schon einmal jemand bei dir dafür bedankt, dass du ihm worte in den mund gelegt hast?

  • b+ sagt:

    junge. beide daumen und kein tintenfass. alles wird gut.

  • doodaday sagt:

    ich weiß, was bei langerweile oder emotionalen extremsituationen in hgw hilft: arbeiten.
    zaubermittel.

  • icke sagt:

    Das is doch nich ernst gemeint, was du da von dir gibst oder?
    Entweder is das feinste Realsatire oder du hast ein Problem mit maßlosen Übertreibungen und blumigen Ausschweifungen.

    Oder aber du hast zu viel disney geschaut. Junge die Welt is hart und wenn se nich antwortet will se es wohl nich oder hat n leben und damit besseres zu tun als 24/7 am Rechner zu hocken.
    Dass ihr euch in dem Moment gut verstanden habt wird wohl folgende gründe haben:
    es war ne party
    ihr habt gesoffen
    einer (oder beide) war rallig.
    Und mach dich von der Vorstellung frei, dass Frauen ein emotional allzusehr ausgereiftes Gedächtnis hätten… Einmal gute Laune heißt nicht automatisch auch immer wieder gute Laune.

  • icke sagt:

    Nachtrag:
    oh und scheinbar sehen das auch andere Kommentatoren so, wenn se “nett” oder “niedlich” schreiben. Denn nichts anderes ist es…
    Aber da dein Ziel eh weder die große Liebe, noch sonstwelche sexuelle Beziehung zu sein scheint, macht das nichts. Mit “nett” und “niedlich” kann man zumindest ein paar gute Freundinnen sammeln die sich dann bei dir ausheulen, warum sie wieder n Arschloch gevögelt haben, während du sie von der Party nach Hause fahren darfst auf der du nicht eingeladen warst ;D

  • mia sagt:

    oh der arme!

  • V O))) lker sagt:

    ich hab dir das schon des öfteren gesagt: “Langeweile oder emotionaler Ausnahmezustand” – das basiert auf DIR, deiner HALTUNG und deiner PERSPEKTIVE. Verkauf das nicht als allgemeingültige Wahrheit – hunderte Menschen würden dir da nicht zustimmen.

    Aber, und darauf kommts ja an – nicht wahr Moritz? ,- klingen TUTS schön

  • [...] This post was mentioned on Twitter by Malte Welding and Sebastian Jabbusch, EricHartmann.de. EricHartmann.de said: Greifswalder Twitter-User @meierrr sucht in seinem Blog eine Party-Bekanntschaft. Wer kann helfen? http://ow.ly/JvtF [...]

  • Julian sagt:

    @ V O)))lker
    das seh ich genauso …
    ist im Prinzip nur ein subjektiver Eindruck und nicht mehr …

    aber trotzdem noch viel Glück bei der Suche meierrr ;)

  • bollek sagt:

    ganz ehrlich,haettest du sie wirklich finden wollen dann waerst du einfach noch mal auf die bewohner oder irgendwelche anderen gaeste zugegangen.. stattdessen verschwendest du hier dein zeit damit romane zu verfassen :-)

    warum gibts eigentlich wirklich leute die diesen link verbreiten (twitter..)
    selbstmitleid ftw… echt traurig

  • NO comment sagt:

    Wenn man Moritz kennt, weiß man, dass man ihn nicht ernster nehmen darf als sich selbst.

  • polter sagt:

    weiter so

  • daPhate sagt:

    “Ich trug Feenflügel und ein strassbesetztes Glitzer-Tweety-Shirt.”
    *rofl* du bist der geilste, morle :D

  • doodaday sagt:

    26 jahre alt, aber eigentlich noch 12 im kopf.
    peinlich.

    wer übrigens bei solch einem schriftlichen diarrhoe dem “autor” durch kommentare laut gröhlend applaudiert, hat ebenfalls mächtig eins am sträuschen!
    so ein tünkram.

  • doodaday sagt:

    26 jahre alt, aber eigentlich noch 12 im kopf.
    peinlich.

    wer übrigens bei solch einem schriftlichen diarrhoe dem “autor” durch kommentare laut gröhlend applaudiert, hat ebenfalls mächtig eins am sträusschen!
    so ein tünkram.

  • daPhate sagt:

    meinste mich?
    Yow stimmt, hab voll einen anner Waffel ey. Bin aber eh voll die Assel. “Tünkram” musste ich sogar erst mal googlen, bevor ich wusste, was du damit meinst. Ist das hochdeutsch?
    Naja, liebe Grüße vom Sträusschen-Typen. Ach ja, nur noch eine kleine Anmerkung am Rande: Die Shift-Taste hat neben dem dekorativen Aspekt auch noch einen praktischen Nutzen. Sollte dir der nicht geläufig sein, helfe ich dir diesbezüglich jedoch auch gerne weiter.

  • paul sagt:

    verdammt egoistisch…

    …als wenn es genau die eine wäre. dafür hat man im leben schon zu viel erlebt. lass die beiden glücklich sein und mische dich nicht weiter ein.

    hätte es sein sollen, dann wäre an dem abend mehr passiert.

    ich könnte kotzen.

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