#60

Juni 24th, 2009 § 0

es ist immer wieder erschreckend, wie die dichte dieser stadt einfluss auf den einfachen tagesverlauf hat. gerade im sommersemester wo kaum jemand zur uni geht, weil man sich lieber auf irgendwelche festivalvorbereitungen konzentriert (im speziellen die fusion), irgendeine party organisiert oder einfach jede party mitnehmen muss.

wenn man in dieser stadt nach längerer zeit wieder ankommt, kann man sofort wieder in ihr eintauchen. eigentlich ist man auch nie weg gewesen. es ändert sich auch nichts und falls sich mal was ändert, wird man ja über alles informiert, oder bekommt es irgendwann am eigenen leib zu spüren. das problem an dieser stadt ist nämlich, dass, bedingt durch die extrem hohe dichte, um einen rum alles zu emotionalen extremsituationen ausartet. dabei ist es aber auch relativ egal welche situation man nimmt. natürlich ist meist alkohol im spiel, darf man doch nicht vergessen, dass greifswald zu den städten mit dem höchsten bierverbrauch-pro-kopf in deutschland zählt. es funktioniert einfach nicht in dem maße indem man feiern geht auch den leuten aus dem weg zu gehen, da es immer diese eine party gibt, der alle leute den vorzug geben. zahlenmäßig geht da alles von 50 bis 600 leuten auf einer party. umso größer die party, um so größer meist auch die wellen, die sie im sozialen raster dieser stadt schlägt.

die wirklichen extremsituationen allerdings passieren eher in kleinen engen kreisen, die man zahlenmäßig nicht fassen kann, weil es immer auf die anzahl der leute ankommt, welche involviert sind. da erstreckt sich über diskrepanzen großangelegter lebensentwürfe über “der ton macht die musik”-momente bis hin zu einem mythos, welchen sich eine bestimmte gruppe aufbaut.

vermehrt kam auch schon der gedanke auf, ein soziogramm der stadt zu zeichnen oder durch extreme maßnahmen in eben diesen zyklus einzugreifen. man könnte zum beispiel mit weitreichenden flyeraktionen einen tag propagieren, an dem sich jeder in greifswald einfach mal die wahrheit sagt. das wäre, bezüglich des sozialen konstruktes dieser stadt, mit einer riesigen atombombe gleichzusetzen.

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