#62

Juni 30th, 2009 § 0

the bitterness, the aftertaste, the loneliness, the time i waste, the heartattacks, all sad goodbyes, boring books and lullabies… i’m sure i can get over that and all the world it cannot break me, but if there is a thing to add, i’d like to say i’m in a state of loss missing you so…

norman palm

#61

Juni 30th, 2009 § 1

in mir sitzt ein herzweh, was frühestens im august gestillt werden kann. es schreit nach techno, guter laune und einer unglaublichen gelassenheit. es fühlt sich so an, als würde die sonne hier weniger hell scheinen und die stadt kommt einem nach diesem wochenende so unglaublich still vor, dass man ganz laut schreien möchte. die straßen scheinen wie ausgestorben, dabei geht hier alles seinen normalen gang.

als ich mein zelt abgebaut habe spielte der einzige floor, der noch offen war, “dancing with tears in my eyes” von ultravox. es traf unglaublich tief.

man versucht worte für das zu finden, was passiert ist, aber scheitern am eigenen lächeln. vielleicht ein anderes mal.

bleibt noch zu sagen:
danke.
danke s., für einen wundervollen freitag und samstag, der ohne dich lange nicht so schön gewesen wäre und danke m., n. und j., dass ihr es mir überhaupt möglich gemacht habt.

#60

Juni 24th, 2009 § 0

es ist immer wieder erschreckend, wie die dichte dieser stadt einfluss auf den einfachen tagesverlauf hat. gerade im sommersemester wo kaum jemand zur uni geht, weil man sich lieber auf irgendwelche festivalvorbereitungen konzentriert (im speziellen die fusion), irgendeine party organisiert oder einfach jede party mitnehmen muss.

wenn man in dieser stadt nach längerer zeit wieder ankommt, kann man sofort wieder in ihr eintauchen. eigentlich ist man auch nie weg gewesen. es ändert sich auch nichts und falls sich mal was ändert, wird man ja über alles informiert, oder bekommt es irgendwann am eigenen leib zu spüren. das problem an dieser stadt ist nämlich, dass, bedingt durch die extrem hohe dichte, um einen rum alles zu emotionalen extremsituationen ausartet. dabei ist es aber auch relativ egal welche situation man nimmt. natürlich ist meist alkohol im spiel, darf man doch nicht vergessen, dass greifswald zu den städten mit dem höchsten bierverbrauch-pro-kopf in deutschland zählt. es funktioniert einfach nicht in dem maße indem man feiern geht auch den leuten aus dem weg zu gehen, da es immer diese eine party gibt, der alle leute den vorzug geben. zahlenmäßig geht da alles von 50 bis 600 leuten auf einer party. umso größer die party, um so größer meist auch die wellen, die sie im sozialen raster dieser stadt schlägt.

die wirklichen extremsituationen allerdings passieren eher in kleinen engen kreisen, die man zahlenmäßig nicht fassen kann, weil es immer auf die anzahl der leute ankommt, welche involviert sind. da erstreckt sich über diskrepanzen großangelegter lebensentwürfe über “der ton macht die musik”-momente bis hin zu einem mythos, welchen sich eine bestimmte gruppe aufbaut.

vermehrt kam auch schon der gedanke auf, ein soziogramm der stadt zu zeichnen oder durch extreme maßnahmen in eben diesen zyklus einzugreifen. man könnte zum beispiel mit weitreichenden flyeraktionen einen tag propagieren, an dem sich jeder in greifswald einfach mal die wahrheit sagt. das wäre, bezüglich des sozialen konstruktes dieser stadt, mit einer riesigen atombombe gleichzusetzen.

#59

Juni 19th, 2009 § 0

Bonjour Tristesse I

bjq1
bjq3
bjq4
bjq5
bjq6
bjq2

#58

Juni 19th, 2009 § 0

schaukeln

#57

Juni 19th, 2009 § 0

In den allerersten Stunden war ich noch interessiert an ihnen, diesen sogenannten Menschen, doch das schwand nach und nach, als ich merkte, dass ihre Persönlichkeiten hinter dem, was sie in Kunst und Literatur imstande waren zu leisten, zurückblieben. Es ist, als wäre ihnen, allem Talent zum Trotz, ein grundsätzlicher Fehler eingearbeitet, welcher einen Akt der “Verzweiflung an sich selbst” nach sich zieht.

Durchaus erstaunlich, wie aus einer solchen Fehlkonstruktion etwas Makelloses hervorgehen kann, ohne dabei im gleichen Moment wieder zu implodieren.

Ehrlich gesagt: Seit ich mir dieser Diskrepanz bewusst wurde, gilt mein einziges Interesse nur noch eben jener Frage, nämlich, wie so etwas überhaupt möglich ist.

#56

Juni 18th, 2009 § 0

Und ich kann es nicht fassen, dass meine demokratische Regierung aller Voraussicht nach ein Gesetz beschließen wird, das der erste mögliche Schritt in eine Diktatur sein kann – und dass jeder, der diesen Gedanken ausspricht, als hysterischer Angsthase oder wahlweise als krimineller Pädophiler hingestellt wird.

Anke Groener: Der letzte Tag

#55

Juni 15th, 2009 § 0

herr günter, herr günter, wir haben auch was mit zwiebeln…

zitat des wochenendes, vor der tür der alten post, als gerade günter grass, welcher zu besuch in der stadt war, vorbeilief.

#54

Juni 14th, 2009 § 0

pssstmoderne

nach 5 tagen mit sehr wenig und teilweise gar keinem schlaf hat sich mein körper heute die 13 stunden geholt, die ihm seit längerem zustehen. meine finger sind überzogen von wunden, die schmerzen. drei leichte skalpell-schnitte im rechten mittelfinger vom stundenlangen schneiden der schablonen. eine menschliche bisswunde am linken zeigefinger, als beispiel dafür, dass man autoaggressives verhalten auch an fremden menschen ausleben kann. noch dazu ein leichter kopfschmerz und ein mittelgroßes melancholisches lächeln auf den lippen.

#53

Juni 14th, 2009 § 0

It’s not where you take things from – it’s where you take them to.

wir waren im wahn und wir tranken viel. tagsüber waren wir im wahn und nachts tranken wir viel (jedenfalls viel mehr, als tagsüber). wir waren uns einig und wir schafften. manchmal schafften wir alleine und manchmal schafften wir zusammen. wir gingen nur raus zum rauchen, oder zum essen, oder wenn irgendetwas zu besorgen war. wir wollten dableiben. nicht nur, weil wir mussten oder der zeitplan so stark drängte, sondern um möglichst viel zeit in den räumen verbringen. manchmal einfach nur stehen und staunen und sich angucken und lächeln und dann wieder rauchen und das nächste bier trinken, bevor man wieder anfangen muss zu malen, oder den nächsten nagel aus der wand ziehen oder das nächste loch bohren oder zukleistern muss.

und ich weiß, am ende, wenn es vorbei ist, werden wir uns eine kleine träne aus dem auge wischen. und wenn man sich, in der noch fernen vergangenheit, zu einem bier trifft, weil man mal zufällig wieder in der stadt ist, die sich einem ins herz gebrannt hat, wird einer sagen: weißt du noch damals in der alten post?

Where am I?

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