März 11th, 2009 §
gründe gibt es ja wirklich reichlich und die familie des täters wird sich eine geheime telefonnummer zulegen müssen, sobald die trauer der angehörigen in wut umschlägt.
wirkungsforschung ist in dem falle ein statistisches mittel zur gerechten aufteilung der kollektivschuld auf einzelne faktoren, mit denen es uns besser geht, als mit den grundlegenden fehlern im sozialen system. wieso sollte man den teufel nicht an jede erdenkliche weiße wand malen, wenn man genug farbe zur verfügung hat?
was ich mir wünschen würde, wäre ein wertfreier umgang mit der ausgangssituation, durch welchen das “müssen” einer aufgerechneten nachvollziehbarkeit zum “wollen” einer empathischen verständnishaltung wird. das ziel müsste ein sichtbares schärfen der wahrnehmung sein, denn eine empörung, die sich in härteren waffengesetzen und höheren sicherheitsmaßnahmen niederschlägt, führt letztendlich nur zur bekämpfung der symptomatik. das problem an sich liegt viel tiefer, und an den aufschreien ist zu bemerken, wie hilflos sie alle einem system gegenüberstehen, dessen unmittelbarer konsequenz sie sich nicht entziehen können.
mein beileid allen, die von dieser tat in irgendeiner weise betroffen sind.
März 10th, 2009 §
obwohl barrieren da sind, erzähle ich dem traurigen italiener eine stunde nachdem wir uns kennengelernt haben von der vergangenheit und wie es im allgemeinen um die melancholie bestellt ist. manchmal ist der moment einfach richtig und so dreht es sich weiter und in gedanken nehme ich worte auseinander, formuliere um und setze sie wieder zusammen.
sprache ist sehr unzureichend.
März 8th, 2009 §
im direkten vergleich misst man natürlich nicht mit nur einem einzigen maß.
und ganz sicher ist gerade das der punkt, nämlich die nicht vorhandene verbindung zwischen den einzelnen skalen, mit welchen man gegebene umstände zu betrachten hat, welcher die entscheidungsfindung gegen unendlich laufen lässt.
nicht, dass es nicht klar auf der hand liegen würde, in welche form sich die zukunft pressen lassen muss, denn schließlich gibt es grundlegende vorraussetzungen, die gegeben sein müssen, aber die existierende diskrepanz zwischen all dem, was über das existentielle minimum und die abhängigkeit, aus der man sich zu lösen versucht, hinaus geht, nämlich die verschiedenen verortungen (freiheit, gefühl, bedingunslosigkeit, mittellosigkeit, lebenswandel) und mit ihnen einhergehend die sichtweisen, machen es dann doch schwer, sich zu entscheiden.
März 8th, 2009 §
wir fassen gerade den plan uns zu dritt zu betrinken.
die dritte person sollte allerdings schon herr kozella sein.
März 8th, 2009 §
details
clothes. zumeist die röhrenjeans in kombination mit tshirt und strickjacke oder leichtem pulli (zumeist h&m). passend dazu schwarze camel boots in kombination mit farblich unpassenden socken. immer dabei: der dunkelblaue mantel. am wichtigsten: der selbstgestrickte schal, welcher genau eine luftmasche enthält (danke t.).
furniture. immer weniger. am liebsten nur schreibtisch, bett und anlage plus sofatisch im zimmer. die regale und der kleiderschrank stören den energiefluss. am wichtigsten: der beige club-sessel meiner großeltern. ein zwilling steht noch in einer anderen wohnung in greifswald.
sweet. fast kaum noch. höchstens weingummi, wenn es herumliegt. dann ist allerdings auch ganz fix die tüte leer.
salty. erdnüsse (pikant), chips.
food. zuviel fertiges. wenn man den inneren schweinehund doch mal überwindet: pizza (spezialrezept), gefüllte paprika in reduzierter rotweinsoße, indisches linsencurry, aufläufe im allgemeinen, nudeln mit kreativsten soßenkombinationen (beispielsweise ruccola/möhre).
drink. momentag kamillen oder pfefferminztee, wenig bis gar keinen alkohol (bis auf extreme ausnahmen), ab und an einen club mate wenn es die uhrzeit noch erlaubt. sonstige standardtees: roiboos-vanille, orange pekoe, darjeeling
pastries. außer gelegentlichem süßem frühstücksgebäck nichts.
coffee. wiener melange oder milchkaffee.
music. für den floor am liebsten nur noch große atmosphäre in alle richtungen. zuhause im moment niels frevert, neil young, syd barret, arthtur russell, postal service. in der letzten woche wurde auch wieder extensiv zu tocotronic und bright eyes gegriffen. da bin ich selbst gespannt, wie lange diese phase andauert.
tv. höchstens serien: lost, the big bang theory, knight rider, skins, greys anatomy
film. ab und an. favouriten momentan: let the right one in, gran torino
book. gerade immer und immer wieder: pessoa / buch der unruhe, remarque / arc de triomphe. vermisst: roger willemsen / kleine lichter, miranda july / zehn wahrheiten. außerdem noch einige in der warteschleife. letzer neuerwerb: frank goosen / so viel zeit
workout. nein, danke.
city. greifswald, berlin, rostock. im wechsel. nun einmal da, wo die guten wohnen.
via misscaro
März 8th, 2009 §
Und ich liege im Bett und ich muß gestehen
Ich habe große Lust mich noch mal umzudrehen
Draußen wo sich die Nacht mit dem Tageslicht bricht
Scheint etwas vor sich zu gehen, das auch mich betrifft
März 8th, 2009 §
März 7th, 2009 §
die meisten netze sind zu eng gestrickt, als dass man ihren maschen entgehen könnte. wenn man einen wirklichen unterschied machen könnte, wäre es ein leichtes, denn die eigenen gedanken hätten die gewisse schärfe, die es bräuchte, um eben jene fäden, welche unsere wege säumen, zu durchtrennen.
März 7th, 2009 §
And I want life in every word to the extent that it’s absurd
März 7th, 2009 §
sie sprachen von den beliebigkeiten, bezüglich der beziehungen in denen sie sich bewegen, und welche sie selbst schon viel zu früh, oder viel zu spät (denn einen unterschied macht es nicht wirklich) ereilten.
zu früheren zeiten lagen sie sich wie lang vertraute in den armen. und ohne scham war man sich bewusst, wie brachial oder eben auch fragil dieser moment doch war und bleiben würde. sie brachten auf kindlich-naive weise einen betrunkenen schwur zustande, welcher in zehn jahren seine gültigkeit erhalten sollte, wenn sich beide an einem sonnigen wintertag auf der straße begegnen.
damals sollte es nicht sein, und doch lag durch diese berührungen nichts anderes im bereich des möglichen, als eben gerade jenes.